Karteikarten kaufen oder selbst erstellen? Pro/Contra!

Wer von Anki und den Jura-Vorlagen hört, stellt sich bald die Frage: Soll ich eigene Karteikarten erstellen oder mir die Basiskarten zulegen? 🤔 Als Autor der Basiskarten bin ich insofern vielleicht etwas parteeisch 😀, aber ich habe trotzdem für euch eine halbwegs objektive Liste mit Pro-/Contra-Punkten erstellt, um euch bei der Abwägung zu helfen.

Option 1: Karteikarten selbst schreiben

  • Pro: Deine eigenen Formulierungen; Beispiele, die für dich Sinn machen etc.

  • Pro: Schon das Zusammenfassen des Lernstoffs bewirkt einen unmittelbaren Lerneffekt.

    Aber: Der ist überraschenderweise gar nicht mal so groß! Der verlinkte FAZ-Artikel ist eine kurze Zusammenfassung der umfassenden Metaanalyse von Dunlosky et al. aus dem Jahre 2013, in der 10 populäre Lerntechniken auf ihre Effektivität hin untersucht wurden. Ergebnis: Eigene Zusammenfassungen schreiben (Summarization) wurde - ebenso wie nochmaliges Lesen oder Anstreichen mit Textmarkern - mit der schlechtesten Note (Utility Rating: Low) bewertet. Das bedeutet: Der Hauptlerneffekt bei der Arbeit mit Karteikarten besteht nicht im Erstellen der Karteikarten, sondern eher in der Wiederholung durch aktive Abfrage in wachsenden Abständen. Diese beiden Lerntechniken (in der Studie "Practice Testing" und "Distributed Practice" genannt) haben übrigens als einzige die Bestnote bekommen (Utility Rating: High)!

  • Pro: Kostenlos

  • Contra: Es kostet Zeit, Karteikarten zu erstellen - ganz besonders, gute Karteikarten, mit denen man längere Zeit lernen kann.

  • Contra: Die Selektion des richtigen Wissens ist nicht so leicht. Was ist wichtig genug, um es immer wieder zu wiederholen? Was sollte man eher weglassen und höchstens nochmal kurz vor der Klausur anschauen?

Option 2: Basiskarten kaufen

  • Pro: Du sparst Zeit. Anstatt mühsam dieselben Fragen und Definitionen einzutippen, die schon tausende Studenten vor dir eingegegeben haben, lernst du sofort los!

  • Pro: Bewährte Wissensselektion. Du erhältst eine Auswahl des wichtigsten Wissens - nicht mehr und nicht weniger. Ich habe mich darum bemüht, alles rauszuwerfen, das nicht wichtig genug oder sofort in der Klausur anwendbar ist.

  • Pro: Einfache und verständliche Sprache. Bei mir findest du keine unverständlichen Schachtelsätze mit überflüssigen Fremdwörtern. Ich habe mich darum bemüht, alles auf ein einfaches und klares Level runterzubrechen. Du profitierst von meiner 6-jährigen Erfahrung im Erstellen guter und ausgewogener Karteikarten. (Aber wenn du auf Schachtelsätze stehst, kannst du die Basiskarten natürlich auch an deine eigenen Vorstellungen anpassen. 😀)

  • Contra: Nicht kostenlos -- aber vielleicht eine gute Investition! 🙂

Was meint ihr? Habe ich irgendwelche Argumente vergessen? Dann schreibt sie gerne in die Kommentare!

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Kommentare: 2
  • #1

    Conny (Mittwoch, 10 Oktober 2018 12:22)

    Exotische Problemstände, seltene Definitionen, etc., die du empfiehlst, nicht in anki aufzunehmen, verliert man durch gekaufte Karteikarten leider leicht aus dem Überblick.

  • #2

    Thomas (Basiskarten Jura) (Samstag, 13 Oktober 2018 16:14)

    Das stimmt, wenn man *nur* mit den Basiskarten lernt, kann es passieren, dass man von manchen Sonderproblemen nichts mitbekommt. Allerdings würde ich das auch nicht empfehlen. Die Basiskarten sollen Skripte und Lehrbücher ja nicht ersetzen, sondern nur ergänzen. Am besten nutzt man sie, um den Einstieg in ein Rechtsgebiet zu finden, bevor man weitergehende Literatur dazu liest, und anschließend, um die wichtigsten Infos zu behalten. Mehr dazu, wie man das Maximum aus den Basiskarten herausholt, in diesem Blogbeitrag: https://www.basiskarten.de/examen-ohne-rep-mit-basiskarten/