Eine erweiterte und besser formatierte Fassung des Berichts, den mir mein ehemaliger Mitarbeiter O.P. am Neujahrstag im Feedback-Bereich hinterlassen hatte (eine schöne Überraschung!). Dem Autor noch einmal herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Abschluss und euch allen viel Freude beim Lesen!
© Bild: Yan Krukau
Nach ca. fünf Jahren Anki mit den Basiskarten möchte ich mich exakt 297.917 Wiederholungen, 1980 Lerntage und 2 Examina später auch einmal ausführlich zu Wort melden. Vorab muss ich der Transparenz halber mitteilen, dass ich eine längere Zeit für Thomas im Portal als Moderator gearbeitet habe. Ich bemühe mich natürlich trotzdem, ein objektives Feedback zu verfassen, aber es wird jetzt keine Überraschung sein, dass ich von Anki und den Basiskarten absolut überzeugt bin.
Der Bericht mag dabei vielleicht vor allem für diejenigen interessant sein, die sich selbst nicht als Überflieger einschätzen würden.
Ich war gerade am Anfang im Studium stets eher am unteren Ende der Leistungsskala, habe aber letztlich beide Examina – neben Familiengründung und parallelem Masterabschluss in einer ausländischen Rechtsordnung – im staatlichen Teil jeweils mit einem “Befriedigend” abgeschlossen. Für den Lernaufwand bin ich mit der Entwicklung sehr zufrieden, war sie so doch lange nicht absehbar.
Ich kaufte das Gesamtpaket Ende 2019 mit der Aussicht, in anderthalb Jahren das erste Examen zu schreiben. Mein Wissensstand war damals sehr dürftig, aufgrund eines Doppelstudienganges lag der Fokus in den Jahren zuvor vor allem auf dem fremdsprachigen Jurastudium. Eines Tages setzte dann regelrecht Panik ein: Wie bitte soll ich ein deutsches Examen mit der laschen Herangehensweise bestehen, die ich seit Jahren praktiziere? Ich fing also an, über mehrere Tage intensiv zu recherchieren – gerade noch rechtzeitig, da ich bis dato “blind” durchs Studium gegangen war: Immer das tun, was die anderen auch machen, und das Vorgehen nicht hinterfragen. Es lernten zumindest damals 2019 in meinem Umfeld auch wirklich alle gleich: analoge Karteikarten pauken, Lehrbücher markieren, (in meinem Fall) kaum lesbare Mitschriften durchgehen. Das klappte zumeist auch mehr oder weniger gut für die wenigen Semesterabschlussklausuren, aber ich als semimotivierter Bulimie-Lerner hatte den Stoff dann auch schnell wieder vergessen. So stieß ich dann auf die Basiskarten und merkte schnell, dass hier ein Ausweg aus der Bredouille tatsächlich gefunden werden könnte.
Gerade Leuten in unteren Semestern rate ich dringend, sich möglichst früh mit dem Thema “Lernen” auseinanderzusetzen (dagegen ist es dann 3 Monate vor dem Examen einfach zu spät für die grundsätzlichen Dinge). Für euch mag nicht pauschal Anki die Lösung sein, aber das Hinterfragen eurer Arbeitsmethoden kann nie schaden. Empfehlenswert fürs erste Examen neben der "Lernapotheke" von Thomas: “Die reflexive Praxis” von Jens Prömse, die Videos sind konzipiert mit der Uni Köln (Lehrstuhl Dauner-Lieb). Fürs zweite Examen: “Spitzenklausuren im Assessorexamen” von Florian Metz.
Trotz Anki besuchte ich auch kommerzielle Reps fürs erste und zweite Examen (Stichwort: FOMO), obwohl ich durch Bekannte auch gute Einblicke in viele UniReps deutschlandweit hatte. Ein Fehler. Gerade fürs erste Examen eine dümmlich teure Entscheidung, es hat mir kaum etwas gebracht. Vielleicht seid ihr ja mutiger als ich, nicht nur deswegen mit der Masse mitzugehen, weil man es eben schon immer so gemacht hat. Anderen hat das Rep dagegen sehr viel gebracht, ich will es nicht pauschal schlechtreden. Ich kann jedenfalls nur empfehlen, sich probehalber mal bei ein paar Anbietern reinzusetzen und sich dann gründlich zu überlegen, ob man trotz immer besserer UniReps (hervorzuheben hier etwa: Köln, Münster (Skripte!), Frankfurt) wirklich den Weg gehen will.
Wer die Zeit hat: Es gibt von den Prof. Lorenz und Fervers (Fries soll auch gut sein, kenne ich aber nicht) hervorragende Podcasts, mit denen man schon mal nahezu das gesamte Zivilrecht abdecken kann. Mein absoluter Lieblingspodcast – so dermaßen überragend! – fürs erste Examen war “Jurability” von Tom Blawatt. Fürs zweite Examen empfehlenswert: RefPod NRW sowie AG Zivilrecht und AG Strafrecht von Christian Konert. Ausprobieren könnte man auch das kostenlose mehrtägige Online-Klausurcoaching des OLG Oldenburg mit Günter König (für alle Bundesländer zugänglich).
Anki wurde nach dem Kauf der Basiskarten jedenfalls mein täglicher Begleiter. Es ist Fluch und Segen zugleich. Das Gefühl, alle Karten für den Tag hinter euch gebracht zu haben, kennt ihr ja sicherlich. Gleichzeitig hat es mich manchmal gelähmt, nach dem Aufstehen mit einem großen Stapel noch fälliger Karten konfrontiert zu werden. Hier stellt sich auch ein Dilemma für Thomas bzw. alle Kartenersteller dar: Wo fange ich an, wo höre ich auf mit dem Stoff? Es dürfen nicht zu viele Karten werden, sonst ist das Wiederholen der Kartenanzahl irgendwann utopisch. Es darf aber eben auch nicht zu oberflächlich werden, sonst hält sich der Lerneffekt in Grenzen. Die Basiskarten schaffen aus meiner Sicht den Spagat schon sehr gut, auch wenn man sicherlich einen eigenen Weg in mühseliger Kleinarbeit gehen könnte – oder teilweise musste, denn 2019 gab es längst noch nicht so viele Stapel. Euer Glück, wenn ihr jetzt erst anfangt! Meine eigenen Stapel fand ich noch nie sonderlich überzeugend, aber das kann natürlich bei euch anders sein.
Ich ging bei zu vielen fälligen Wiederholungen teilweise jedenfalls dazu über, an manchen Tagen vorzulernen, Fälligkeitstage zu verschieben oder Karten ganz auszusetzen. Nicht optimal, aber besser, als es einfach sein zu lassen. Anki erfordert Disziplin und ist gnadenlos, was verpasste Lerntage angeht. Immer weiter, immer dranbleiben! Gleichzeitig half es mir, Struktur in den Lerntag zu bringen und stets die Motivation zu bieten, schon etwas geschafft zu haben.
Was ich in all der Zeit sehr vernachlässigte, war das (ernsthafte!) Klausurenschreiben. Alle reden davon, die wenigsten ziehen es wirklich durch. Ich jedenfalls nicht. Dabei ist das Klausurenschreiben mindestens genauso wichtig wie Anki. Ich wage mal zu behaupten: Wer nur Anki lernt, wird kein Examen bestehen. Das Examen ist kein Multiple-Choice-Test. Wer sich wie ich zu selten aufraffen kann, eine ganze Klausur zu schreiben, sollte wenigstens mit kleineren Fällen üben: Fürs erste Examen empfehle ich das digitale Fallbuch der Bucerius Law School, fürs zweite Examen sind die Aktenvorträge aus NRW super.
Im Referendariat fand ich es dann schwieriger, bei Anki am Ball zu bleiben. Im Laufe der Zeit hatte ich eine Familie mit zwei Kindern und auch wegen der Ausbildung kaum noch völlig frei einteilbare Lerntage.
Falls ihr auch in der Situation seid, euer Examen mit Kindern anzugehen, möchte ich euch meinen Mut und Respekt aussprechen – es mag erstmal erschreckend wirken, neben den zu erledigenden Stationsaufgaben und der Zeit mit der Familie noch fokussiert zu lernen. Und es war für mich auch wirklich sehr herausfordernd, das will ich nicht kleinreden. Gleichzeitig hat es die Examensvorbereitung aber auch leichter gemacht – denn es war gar keine Zeit, sich groß über den Ausgang des Examens den Kopf zu zerbrechen. Schlaflose Nächte hat man mit Kindern aus anderen Gründen. Sie erden und lenken den Fokus aufs Wesentliche. Ihnen ist es egal, welche Examensnote am Ende herauskommt. Und wenn es nicht klappt, wird ihre Liebe nicht weniger. Dieser Umstand hat mir sehr geholfen. Zusammen mit der enormen Unterstützung meiner Frau – organisatorisch wie mental – hatte ich nicht den Eindruck, gegenüber kinderlosen Examensprüflingen schlechtergestellt zu sein.
Ich würde mich also wieder für diesen Weg entscheiden. Kinder passen nie wirklich in den Lebensplan – zu Beginn der Karriere aber vielleicht noch weniger als bspw. vor dem Ref. Denn zumindest ich hatte das Glück, stets auf verständnisvolle Ausbilderinnen und Ausbilder zu stoßen. Spontan Verhandlungen fernbleiben, weil ein Kind kurzfristig erkrankt ist? Kein Problem. Mit den Kindern verreisen und zu erledigende Aufgaben im Urlaubsgebiet abarbeiten? Kein Problem. Es ist eben kein 9-5 Job und viele Wochentage sind dann doch flexibel einteilbar. Letztlich habe ich gerade mit meinem ersten Kind so viel Zeit verbracht wie sonst nur jemand in Elternzeit – bei voller Bezahlung. Und das war in meinem Bundesland gar nicht mal so wenig, denn wer im Ref verbeamtet wird, profitiert von einem ordentlichen Familienzuschlag.
Zurück zu Anki. Im Ref pausierte ich viele Karten und trainierte von Anfang an, das Anki-Wissen mit den Kommentaren zu ersetzen (für das gezielte Kommentar-Training kann ich erneut ein Buch von Florian Metz empfehlen: "BGH-Klausurenkurs"). Das nun verstärkte Klausurenschreiben und die in manchen Klausuren gefühlt mindestens zweistündige Kommentarnutzung (das wäre ohne das E-Examen nicht möglich gewesen, was für ein riesiger Vorteil!) haben mein Examen gerettet, aber das Fundament blieb weiterhin Anki. Zwischendurch gab es im Alltag dann doch immer mal die Gelegenheit, ein paar Karten zu wiederholen (sei das Örtchen auch noch so still…) – anders als bei der analogen Variante. Mein Motto an besonders vollen Tagen war: Einmal ist besser als keinmal.
Ich hatte nun auch einen Vorteil, um den ich manchmal sehr beneidet wurde: Eine große digitale Datenbank mit Verlinkungen und Querverweisen, um sofort den Stoff wiederzufinden und diesen gezielt mit über Jahre hinweg gelernten Karten nochmals zu erarbeiten. Ein wichtiger Tipp hierzu: Wenn ihr eine Karte nicht versteht, sorgt dafür, dass sich das ändert oder lasst das Lernen bleiben. 50 verstandene Karten gelernt zu haben ist sinnvoller, als durch 200 Karten durchzurasen, die man nicht verstanden hat. Hilfe dafür gibt es eben im BK-Portal – (partielles) Eigenlob stinkt, aber ich finde dieses Portal wirklich hilfreich und bin auch nach Jahren noch begeistert über so viele schnelle Erklärungen bei Verständnisfragen und den fast immer konstruktiven Ton der Nutzerinnen und Nutzer. Weiter so, Leute!
Überdies haben mir auch Websites mit frei zugänglichen Blogs wie von Jura Online für das Durchdringen einiger Karten sehr geholfen. Fürs erste Examen kann ich zudem die Lehrbücher von Looschelders im Schuldrecht, fürs Sachenrecht die zwei Minibücher von Helms/Zeppernick (Danke an Frau Prof. Dauner-Lieb für den Tipp, gehört im Podcast “Irgendwas mit Recht”) und Frenz’ “Öffentliches Recht” sehr empfehlen. Fürs zweite Examen fand ich “Öffentliches Recht im Assessorexamen” von Kintz sowie das “ZPO-Fallrepetitorium” von Zimmermann super.
Anki spielt seine Kraft jedenfalls nur dann voll aus, wenn mit Verständnis statt blind gelernt wird und man dies über einen längeren Zeitraum tut. Gerade am Anfang lernte ich insoweit sehr ineffizient (Notiz an mein früheres Ich: Immobiliarsachenrecht lernt man nicht an drei Tagen, nur weil man alle Karten durchgeballert hat).
Noch ein paar motivierende Worte: Das Examen ist machbar. Wirklich! Ein Quäntchen Glück und starke Nerven sind dabei sicherlich hilfreich. Aber vor allem Disziplin ist aus meiner Sicht unabdingbar. Wer es schafft, über Jahre hinweg konsequent mit Anki zu lernen und Klausuren zu schreiben, sollte keine Angst vor den zwei Wochen haben. Je früher man damit anfängt, umso besser. Die Jahrgangsbeste im zweiten Examen meines Bundeslandes hat es auch so gemacht – nur eben viel länger und disziplinierter als ich.
Ein paar Anki-Statistiken zum Schluss, falls das jemanden interessiert:
- Meistwiederholte Karte: 377x 1481775870890 (ein gutes Beispiel von blindem Lernen, anstatt sich das Gesetz anzugucken)
- Meistwiederholte Notiz: 920x 1520378265160
- Kartenanzahl am Ende des 2. Examens: 10.552, davon ausgesetzt: 7.412 (!)
- Durchschnitt an Lerntagen: 151 Karten/Tag
- Durchschnittliche Zeit, bis Karten erneut angezeigt werden: 5,37 Monate
Ganz viel Erfolg euch allen!
👉 Tipp: Hier geht's weiter zum letzten Examensbericht von R. Für allgemeines Feedback zu den Basiskarten klick hier.

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M.N. (Montag, 12 Januar 2026 09:07)
Herzlichen Glückwunsch zu den Examina.
Wie bist du beim Aussetzen der Karten vorgegangen? Mich trifft immer die Angst genau die Karteikarten auszusetzen, die dann "dran" kommen könnten. Könntest du vielleicht erzählen, wie du beim aussetzen vorgegangen bist?
O.P. (Freitag, 16 Januar 2026 18:14)
Hallo M.N., danke erstmal!
Zum Aussetzen der Karten gibt es ja einen Blogeintrag von Thomas (https://www.basiskarten.de/2023/03/23/welche-karten-habe-ich-im-referendariat-ausgesetzt/), der bietet eine gute Orientierung. Am Ende gibt es da aber kein Patentrezept. Es ist Typsache. Kannst du auf Lücke lernen oder hältst du das nicht aus? Lernst du schon lange und regelmäßig, sodass du eh weniger als 100 Karten pro Tag angezeigt bekommst? Oder bekommst du 300 Karten pro Tag vorgesetzt, aber schaffst es gut, alle zu lernen? Dann musst du natürlich gar keine Karten aussetzen!
Aber wenn du überfordert bist und dann eher gar nicht lernst als regelmäßig bspw. gut zu erledigende 100 Karten pro Tag, machst du aus meiner Sicht etwas falsch.
Ich selbst bin tatsächlich jede einzelne Notiz entweder durchgegangen oder eben beim Lernen drauf gestoßen und habe mich gefragt: Brauche ich das wirklich? Finde ich dazu nichts im Kommentar? Deswegen hatte ich am Ende vor allem noch viele Karten im materiellen ÖR am Laufen, da helfen nun mal die Kommentare nicht. Aber gerade im Zivilrecht habe ich tatsächlich fast alles ausgesetzt (das gilt natürlich nicht für referendariatsspezifische Karten!) und in den Klausuren dann wie verrückt aus dem Grüneberg abgeschrieben. Aber das ist nicht jedermanns Sache.
Aus meiner Sicht ist für das zweite Examen jedenfalls das häufige Klausurenschreiben mit aktiver Kommentarnutzung gewinnbringender als 100 Karten mehr pro Tag zu lernen, nur um ja keine zu vergessen.
A. O. (Sonntag, 15 Februar 2026 16:44)
Auch von mir herzliche Glückwünsche zu einer unglaublich respektablen Leistung! Und vielen Dank für den ausführlichen Bericht.
Mich würde mal interessieren, wie du während der Vorbereitung für das erste Examen bei der Erarbeitung des materiellen Rechts vorgegangen bist. Du hast ja erwähnt, dass du auch kommerzielle Repetitorien besucht hast. Hast du - wie, wenn ich mich richtig erinnere, Thomas es vorschlägt - erst die Basiskarten zu einem Rechtsgebiet durchgearbeitet (nebenher "natürlich" Fälle gelöst) und dann das jeweilige Skript oder bist du anders vorgegangen?
Ich frage vor dem Hintergrund, dass es - sofern man die Basiskarten erst während der Examensvorbereitung (neu) lernt - dann zwangsläufig dazu käme, dass man für bestimmte Rechtsgebiete gegen Ende der Vorbereitung teilweise deutlich weniger Zeit hat, um sie ins Langzeitgedächtnis zu bekommen, als für diejenigen, die man bereits zu Beginn gelernt hat. Im Übrigen würde es mich noch interessieren, wie du mit dem Lösen von Fällen umgegangen bist. Ich sehe, dass es Typsache ist, aber wie viel Fälle hast du denn schätzungsweise in einer regulären Lernwoche neben der Basiskarten- bzw. Skriptphase noch gelöst (skizzenartig und ausformuliert)?
O.P. (Mittwoch, 18 Februar 2026)
Hallo A.O., vielen Dank erstmal!
So wie Thomas es vorschlägt, ist es sicherlich richtig. Du wirst immer das Problem haben, dass, je später du mit dem Lernen der Anki-Karten beginnst, umso größer dann auch die Wiederholungsstapel vor dem Examen sein werden. Der ideale Prüfling sollte ab Tag 1 des Studiums mit Anki anfangen. Wird dann diszipliniert durchgezogen - es ist ja am Anfang bei nur BGB AT, SR AT 1 und Verwaltungsrecht auch nicht sehr viel - müsste man im Verlauf bis zum Ende des Studiums mit dem wenigsten Einsatz den größtmöglichen Erfolg erzielen, da man dann in der Examensvorbereitung letztlich nur noch wenige Karten pro Tag hat und die Zeit fürs Klausurenschreiben etc. nutzen kann.
Aber so nur die Theorie.
Bei mir persönlich lief das viel unkoordinierter ab. Ich begann das Rep im letzten Jahr meines Master-Jahres, musste zum Ende hin dann auch noch Klausuren im Schwerpunkt schreiben sowieso eine Masterarbeit im ausländischen Recht und eine Hausarbeit im Deutschen Recht. Und nebenbei machte ich noch Anki. Die Rechtsgebiete wurden also eher unstrukturiert erarbeitet. Eine ideale Vorbereitung sieht definitiv anders aus. Dementsprechend blieb die Rep-Nachbereitung total auf der Strecke. Aus meiner Sicht für die Erarbeitung eines Rechtsgebiets sehr wichtig. Aber an manchen Tagen schaffte ich es nicht mal, überhaupt zum Rep zu gehen. Und da ich auch sonst kein großer Fan davon war (zumal der Großteil wegen Corona dann letztlich online stattfand), hätte ich mir das auch echt sparen können. Erst zum Ende der Examensvorbereitung hatte ich dann das Gefühl, so langsam alle Gebiete erarbeitet zu haben. Nun ja. Kann ich nicht empfehlen.
Anki versuchte ich in der Examensvorbereitung so diszipliniert wie möglich zu machen, aber auch das war oft schwierig. Wenn du noch (zu) viele Karten am Ende der Examensvorbereitung hast, musst du unbedingt priorisieren, um noch Zeit fürs Klausurenschreiben zu haben. Sehr geholfen hatte mir die folgende Übersicht: https://klausurenkurs.uni-koeln.de/klausurenkurs/auswertung-der-examensklausuren.
Sie ist mittlerweile wohl etwas veraltet, aber sollte im Großen und Ganzen weiterhin zutreffend sein. Schuldrecht AT ist nun mal wichtiger als Handelsrecht. Da kann man schon gut Abstufungen vornehmen, welche Karten man sich zu Beginn des Anki-Lernens am jeweiligen Tag am ehesten angucken sollte.
Wochenlang hatte ich keine Zeit/Motivation, um überhaupt auch nur einen Fall zu lösen. Klausuren schrieb ich sowieso viel zu wenig. Das machst du wie gesagt hoffentlich anders. Eine genaue Anzahl zu nennen, wie viele man lösen sollte, wäre unseriös, das ist einfach Typsache. Aber es schadet sicherlich nicht, sich an Lerntagen immer mit Fällen zu beschäftigen, und seien es auch nur ganz kurze. Das Examen ist kein Multiple-Choice-Test. Nur dann würde Anki als einziges Lernmaterial ausreichen. Viel Erfolg!