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Basiskarten und Repetitorium – Passt das zusammen?

In letzter Zeit werde ich häufiger gefragt, in welchem Verhältnis die Basiskarten zu dem Wissen stehen, das man im Rep lernt, und wie man am besten vorgeht, wenn man beides miteinander kombinieren möchte. Hier ein Beitrag dazu.

Um die Ausgangsfrage gleich zu Beginn klar zu beantworten: Ja, durchaus! Alles, was du zu diesem Thema wissen musst, findest du in diesem Beitrag.

 

 

 

Zur Orientierung

 

Dieser Beitrag ist quasi der dritte in der Reihe "Mögliche Herangehensweisen an die eigene Examensvorbereitung unter Einsatz von Spaced Repetition Programmen". Ihr habt verschiedene Optionen:

  1. Examen ohne Rep und ohne Basiskarten: Ihr geht so vor wie ich damals, als es noch keine Basiskarten gab, und erstellt sämtliche Karteikarten selbst in Anki. (Immerhin könnt ihr dafür inzwischen ja die kostenlosen Jura-Vorlagen nutzen, womit das deutlich schneller und angenehmer möglich ist.)
  2. Examen ohne Rep, aber mit Basiskarten: Ihr nehmt die Basiskarten als Grundlage und vertieft den wichtigen Stoff zusätzlich mit Skripten oder Lehrbüchern.
  3. Examen mit Rep und mit Basiskarten ← Du befindest dich gerade hier.

 

(Studenten, die gerade erst mit ihrem Studium angefangen haben, sei hingegen dieser Beitrag ans Herz gelegt.)

 

Der Einfachheit halber werde ich den Rest dieses Beitrags in möglichst spezifische Fragen aufsplitten und diese dann jeweils im Anschluss beantworten.

 

 

 

Soll ich mir zusätzlich zu den Basiskarten noch eigene Zusammenfassungen zu den Rep-Materialien schreiben?

 

Nein. Ich empfehle, auf Zusammenfassungen weitgehend zu verzichten und diese durch Problemlisten zu ersetzen (siehe unten). Man fühlt sich beim Schreiben von Zusammenfassungen, als ob man etwas schaffen würde, aber der tatsächliche Nutzen ist in Anbetracht des erheblichen Aufwands einfach zu gering. Eine Metaanalyse von Dunlosky et al., die ich in diesem Zusammenhang schon häufiger erwähnt habe, kam 2013 hinsichtlich der Lernstrategie des Zusammenfassens ebenfalls zu einem eher nüchternen Ergebnis:

 

"The other strategies that lack evidence for their general utility are imagery use for text-based learning, the keyword mnemonic, and (surprisingly, to me) summarization."

(Besprechung der Studienergebnisse durch Prof. Henry L. Roediger III)

 

Das deckt sich mit meinen eigenen Erfahrungen in der Examensvorbereitung. Ich habe anfangs auch noch Skripte (in Form von Word-Dateien) erstellt, aber das dann relativ schnell aufgegeben.

 

Sinnvoller ist es aus meiner Sicht, beim Durcharbeiten der Rep-Materialien eine Problemliste anzulegen. Dort notierst du dir die Randnummern von Streitständen oder Spezialkonstallationen, um sie kurz vor den Klausuren noch einmal durchzuarbeiten. Nur ausnahmsweise würde ich in dieser Liste Probleme noch einmal selbst zusammenfassen, nämlich wenn sie aus den jeweiligen Unterlagen für mich nicht verständlich waren. Ansonsten reicht einfach der Verweis.

 

Es schadet sicher nicht, auch beim Durcharbeiten dieser Problemliste zumindest den Testing Effect auszunutzen, indem man Fragen zu den verschiedenen Problemen an sich stellt und versucht, diese zu beantworten.

 

Nicht vergessen sollte man schließlich folgendes: Je näher der Examenstermin rückt, desto kürzer ist der Zeitraum, über den ihr das Wissen behalten müsst. Desto eher sind deshalb auch Lernstrategien akzeptabel, die wenig dazu geeignet sind, Wissen langfristig zu behalten. Kurz vor den Klausuren ist deshalb auch aufmerksames Lesen (eben der oben genannten Spezialprobleme) aus meiner Sicht durchaus sinnvoll. Man darf nicht den Fehler machen, zu denken, dass man nur mit Anki lernen kann. Anki ist vor allem wichtig, um Wissen über längere Zeiträume sicher zu behalten.

 

 

 

Ist es notwendig, zusätzlich zu den Basiskarten eigene Karteikarten in Anki zu erstellen? Oder reicht es aus, den Stoff nur mit den Basiskarten zu wiederholen?

 

Zunächst: Für einzelne Fächer (Polizeirecht, Kommunalrecht, Staatshaftungsrecht, IPR) gibt es bisher noch keine Basiskarten. Dafür sollte man also schon eigene Anki-Karten erstellen.

 

In den übrigen Rechtsgebieten ist das natürlich ebenfalls problemlos möglich; viele tun das auch. Ich selbst sehe die Erweiterbarkeit und Anpassbarkeit der Basiskarten auch gerade als einen ihrer großen Vorteile an. Und sicher ist das in einigen Fällen auch absolut sinnvoll, da jeder von uns leicht andere Schwerpunkte setzt. Umfangreiches Erstellen eigener Karten halte ich aber – in den Gebieten, für die es bereits Basiskarten gibt, – nicht für zwingend notwendig. Um das zu erläutern, würde ich gerne zitieren, was RR freundlicherweise in seinem Feedback vom 23. August 2022 geschrieben hat (siehe die gelb hervorgehobenen Stellen):

 

[...] Ich bin mit den Basiskarten (und eigenen Karten, dazu später mehr) auf 12,9 im Staatsteil gekommen und 13,53  in der Gesamtnote, ein Kollege von mir hat mit der gleichen Vorgehensweise im Staatsteil die 12,46 geschafft.


Ich habe ein Jahr lang Examensvorbereitung gemacht (September 2020 bis September 2021) und habe mich anfangs (leider) noch nicht getraut, Anki allein zu nutzen, und habe noch versucht, die Materialien auf Papier zusammenzufassen. Da das zeitlich hinten und vorne nicht gepasst hat, habe ich nach 3 Monaten Vorbereitung entschieden, allein mit Anki zu arbeiten. Mein oben genannter Kollege hat mir die Basiskarten empfohlen, die ich mir dann angeschafft habe. Ich habe dann von Januar 2021 bis Juli 2021 durchgängig Anki gemacht. Zuerst habe ich die Basiskarten durchgearbeitet und habe danach nochmal so viele Karteikarten ergänzt aus Lehrbüchern, Fällen aus der Lerngruppe und Aufschrieben aus dem Studium.

Die Basiskarten haben dabei eine sehr fundierte Grundlage geliefert. Ich war sehr überrascht von der inhaltlichen Qualität der Karten, gerade im Vergleich zu teureren Materialien der kommerziellen Reps. Daran hat Thomas einen sehr großen Anteil, aber auch die Community, die rege über den Karteninhalt diskutiert und gute Anregungen und Verbesserungsvorschläge hat. Ich habe zwar durch meine ergänzten Karten in meinem Anki-Deck insgesamt doppelt so viele Karten wie die Anzahl der Basiskarten. Ob mir diese zusätzlichen Karten wirklich so viel gebracht haben, bezweifle ich aber im Nachhinein. Die Basiskarten setzen sehr gut den Fokus auf das Wesentliche, meine zusätzlichen Karten enthielten nicht selten Einzelwissen, auf das es im Examen nicht entscheidend ankommt (meine „schlechteste“ Klausur war eine Kreditsicherungsrechtsklausur, bei der ich vermeintlich alle Probleme kannte, meine mit Abstand Beste eine im Europarecht). Für die manchmal aber individuell sicherlich sinnvollen Ergänzungen bieten die Jura-Vorlagen ein geniales Template. Gerade die Fragenfolgen und Streitstände habe ich häufig genutzt.

[...]

 

Tatsächlich ist es nicht das einzige Mal, dass mir jemand, der sehr ordentlich abgeschnitten hat, so etwas mitteilt. Auch in meinen Interviews mit anderen erfolgreichen Absolventen betonen diese immer wieder, dass es im Examen primär auf die Grundlagen ankommt. Da jede Karte in Anki auch wiederholt werden will, ist man bei Wissen, das nicht zu den Grundlagen gehört und deshalb eine geringere Wahrscheinlichkeit hat, im Examen abgefragt zu werden, eben irgendwann mit dem law of diminishing returns konfrontiert.

 

Deshalb: Ein paar Karten würde ich sicher zusätzlich erstellen, aber nicht allzu viele. Für Spezialwissen, das zwar Punkte im Examen bringen, aber nicht examensrelevant genug ist, um es dauerhaft mit Anki zu wiederholen, gibt es ja gerade die Problemlisten (siehe die vorherige Frage).

 

 

 

Wie viele neue Karten soll ich pro Tag lernen?

 

Ich empfehle generell zwischen 20 und 40 neue Karten pro Tag (entspricht der Anzahl in meiner eigenen Examensvorbereitung), aber das hängt natürlich ganz davon ab, wie viel Zeit dir zu Verfügung steht und an wie vielen Tagen du lernen willst/kannst. Um einen Wert zu finden, der für dich funktioniert, nutzt du am besten den 🧮 Karten-Rechner. Dieser ermöglicht es dir, einen genau auf deine Situation zugeschnittenen Plan zu entwickeln, wie du in angemessener Zeit mit den Karten durchkommst.

 

Wie viele Karten du pro Tag als neu angezeigt bekommst, kannst du übrigens in den Stapeloptionen einstellen.

 

 

 

Soll ich ein Rechtsgebiet nach dem anderen (neu) lernen oder mehrere gleichzeitig?

 

Diese Entscheidung ist ganz dir überlassen. Ich selbst würde es definitiv vorziehen, mich auf ein einziges Rechtsgebiet zu konzentrieren. Wichtig ist auf jeden Fall, dass das natürlich nur für die neuen Karten gilt. Fällige Karten sollte man möglichst jeden Tag (außer sonntags) in allen Fächern wiederholen, in denen sie anfallen. Wiederholungen haben Priorität. Am besten beginnst du also jeden Tag damit, deine fälligen Anki-Karteikarten zu wiederholen. Dadurch holst du das Maximum aus diesem Programm (und den beiden darin verkörperten lernpsychologischen Effekten) für dich heraus.

 

 

 

Ich habe das Gesamtpaket gekauft. Soll ich gleich alle Stapel in Anki importieren oder lieber nach und nach, wenn ich das jeweilige Rechtsgebiet lerne?

 

Auch das kannst du handhaben, wie du möchtest. Gleich von Anfang alle Stapel zu importieren hat den Vorteil, dass du in Anki auch nach entsprechenden Karten aus diesen Rechtsgebieten suchen kannst. Du wirst dann allerdings auch über Update-Hinweise für Stapel informiert, die du noch gar nicht brauchst. (Updates für Stapel sind beim Kauf stets inklusive.)

 

 

 

Soll ich erst eine Unterrichtseinheit im Rep hören und dann die Basiskarten dazu lernen oder ist es besser, sich mit den Basiskarten auf die entsprechende Unterrichtseinheit vorzubereiten?

 

Auf jeden Fall letzteres. Zum Vorlernen generell habe ich mir hier ein paar Gedanken gemacht. (Der Kurs steht allen Basiskarten-Kunden kostenlos zu Verfügung.) Wenn du den neuen Lernstoff bereits mit bekanntem Wissen verknüpfen kannst, nimmst du aus dem Unterricht einfach viel mehr mit. Deshalb ist es optimal, wenn du den jeweiligen Stapel vor Beginn der entsprechenden Lektion im Rep bereits draufhast.

 

 

 

Ich hoffe, das beantwortet schon einmal eure drängendsten Fragen. Falls nicht, schreibt gerne hier in die Kommentare. ✌

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Kommentare: 13
  • #1

    Lason (Freitag, 21 Oktober 2022 15:47)

    Speziell der letzte Punkt (Vorlernen) ist ein Segen. Bin zwar nicht im Rep aber selbst in den Vorlesungen hat mir das sehr viel gebracht. Weiß quasi immer worum es geht und diene als Anlaufstelle für Kommilitonen, die nicht mitgekommen sind. Vorlernen mit den Basiskarten macht einen zum Jura Thanos.

  • #2

    M (Donnerstag, 27 Oktober 2022 16:10)

    Ich finde bei Problemen ist es oft besonders wichtig, den Kern des Problems verstanden zu haben, also worin das Problem den tatsächlich liegt. Das wird mMn in Lehrbüchern oft nicht gut dargestellt.
    Wenn man bereits vor der StEx Vorbereitung die Basiskarten durch hat, könnte man daher darüber nachdenken, ob man bei den wichtigsten Problemen sich Karteikarten mit Lückentext+ schreibt, in denen man das Problem darstellt und abfragt, was denn der Kern des Problems ist und die Lösungsansätze lediglich als kursive Zusatzinfo einfügen.

    In der Klausur gibt es mMn vor allem auf das Entwickeln von Lösungen Punkte, dh also das man schon sehr viel gewonnen hat, wenn man nur das Problem und dessen Kern kennt, nicht aber die Lösungen. Das Problem kann man dann in der Klausur mithilfe des Gesetzes und den Auslegungsmethoden lösen, oder man weiß die vertretenen Positionen noch aus der Problemliste, die man davor durchgearbeitet hat.

    Bsp aus den Baisiskarten wäre zB das Prüfungsrecht des BPräs. Wenn man weiß, dass es ein Problem gibt und der Streit im Kern darum geht, ob der Wortlaut "Die nach den Vorschriften dieses Grundgesetzes zustande gekommenen Gesetze (Art. 82 I 1 GG)" nur formelle oder auch materielle Anforderungen an das auszufertigende Gesetz stellt kann man sich davon ausgehend die Positionen überlegen. (Ich weiß, die verschiedenen Ansichten gibt es in diesem Fall auch als Basiskarte, aber es soll ja lediglich als Bsp dienen). Das ist a) viel leichter zu merken als die 3 verschiedenen Positionen und b) ist man in der Klausur gezwungen dann hierfür eine Lösung zu entwickeln, und arbeitet deshalb vielleicht "aus Versehen" methodischer weil man nicht einfach wissen wiedergibt.


    Um es kurz zu fassen: Wenn man schon alle Basiskarten gelernt hat kann man überlegen zur Problemliste einen Stapel: Kern der Probleme anlegen.

  • #3

    Thomas (Basiskarten Jura) (Freitag, 28 Oktober 2022 12:34)

    M: Sehr gute Anmerkung, danke. Das kann man sich auf jeden Fall überlegen, da das eine ganz andere Situation ist, als wenn man erst in der Examensvorbereitung mit dem Lernen (oder sogar dem Erstellen) der Karten beginnt.

  • #4

    Sören K. (Sonntag, 30 Oktober 2022 13:38)

    Das mit der Problemliste erschließt sich mir grds. Aber was ich nicht verstehe ist, wie man dann im Klausurenkurs Fälle lösen kann. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich ein Problem in einem Fall entdecke und mir dieses natürlich dann auf die Liste schreibe. Wenn ich dann in 2 Wochen wieder auf das Problem stoße, dann kann ich dieses, ohne auf die Liste zu schauen, erneut nicht sachgerecht lösen. Ich erinnere mich dann meistens nicht mehr daran und muss mir dann durch Auslegung/Methoden weiterhelfen. Ist es denn empfehlswert, für die Klausuren Klausurenkurs auf die Liste zu schaue oder ist das kontraproduktiv, da man so nicht lernt auch unbekannte Sachverhalte zu lösen? Wie seid ihr damit umgegenagen?

  • #5

    M (Mittwoch, 02 November 2022 09:57)

    Zur Frage von Sören K: Also ich persönlich finde, dass du schon einen Großteil gewonnen hast, wenn du die Probleme tatsächlich identifizieren kannst.

    Ich persönlich habe eine Zeit lang versucht mir viele extra Karteikarten mit den verschiedenen Ansichten zu schreiben (etwa 1-2 Monate) und bin a) in Wiederholungen versunken b) im Klausurenkurs war meine Lösung dann nicht überzeugend.

    Ich gehe bei den Problemen daher mittlerweile wie folgt vor: Ich suche als erstes nach dem Kern des Problems, also was ist den der Grund, weshalb der vorliegende Fall gerade problematisch ist. Ich versuche den immer mit den "Basiskarten zu finden", also immer zu schauen, wie ich bei sauberer Anwendung der Basics auf das Problem stoße. Ich lerne damit besser mit den Basics umzugehen und lerne auch so Probleme besser und tiefgründiger zu verstehen und zu bearbeiten, anstatt nur Wissen grob wiederzugeben.

    Weil ich aber auf Nummer sicher gehen will, dass ich in der Klausur die Probleme auch erkenne, schreibe ich bei "großen" Problemen eine Problemkarteikarte, bei welcher ich dann genau den Kern des Problems abfrage. Mir persönlich hilft es nämlich häufig, wenn ich das Problem überhaupt erkenne. Und das erkenne ich häufig leichter, wenn ich halt weiß das es existiert und was denn nun genau daran problematisch ist. Daher die Karteikarten dazu.

    Die Normalfallmethode von Haft finde ich einen guten Ausgangspunkt. Fälle lösen heißt ja nicht gleich Meinungen wiedergeben (auch wenn man im StrafR manchmal den Eindruck hat) sondern sie zu lösen.

  • #6

    Sören K. (Donnerstag, 03 November 2022 20:11)

    Danke @M für das ausführliche schildern deiner Erfahrung!

    Es wird ja immer gesagt, dass man die Probleme kennen muss und nicht die Meinungen. Daher macht deine Methode auch Sinn. Da ich noch am Anfang bei StEx Vorbereitung bin, werde ich später darauf zurückgreifen. Hoffentlich mit Erfolg.

  • #7

    M (Freitag, 04 November 2022 11:36)

    @Sören noch ein Nachtrag bzgl. Problemen. Ich habe den Eindruck, dass einige Probleme einem gar nicht auffallen, wenn man die Methode sauber anwendet bzw. es nicht wirkliche Probleme sind.

    Bsp. Gewahrsam beim Zahngoldfall. Gewahrsam ist die von einem natürlichen Herrschaftswillen getragene tatsächliche Sachherrschaft. -> um Gewahrsam bilden zu können muss man überhaupt fähig sein, einen natürlichen Herrschaftswillen zu haben -> ist bei Toten nicht möglich. Das kann man entweder so lernen lernen oder man lernt halt wirklich sauber die Basiskarte und arbeitet dann mit dem sich selbst die Lösung zu "erarbeiten". (@Thomas: Wie hast du solche "Probleme" die bei sauberer Anwendung eigentlich keine Probleme sind gehandhabt? Hast du sie auch aus der Problemliste gestrichen?)

    Wenn man sich das vor Augen führt, wird auch die "Problemliste" etwas kürzer und man denkt beim Erstellen mehr mit.

    Ich finde übrigens das Fallbücher mit guten Lösungen Probleme oft sehr gut darstellen im Vergleich zu so manch einem "Standardlehrbuch" und die Lösungen haben ebenfalls Randnummern, die man in die Liste aufnehmen kann.

  • #8

    Thomas (Basiskarten Jura) (Dienstag, 08 November 2022 12:09)

    Hallo M, solche Spezialfälle würde ich ruhig in der Problemliste belassen. Gerade wenn man die Grundlagen gut verinnerlicht hat, sollten die sich ja auch schnell wiederholen lassen und es schadet sicher nicht, sich nochmal bewusst zu machen, dass an dieser Stelle ein beliebtes Problem liegt.

    Den Hinweis auf die Normalfallmethode von Prof. Haft kann ich auch nur noch einmal unterstreichen. Die ermöglicht es einem, auch mit unbekannten Problemen gut zurechtzukommen, wodurch man weniger darauf angewiesen ist, diese auswendig zu lernen. Siehe dazu:
    - Haft, Juristische Lernschule S. 305 ff.
    - Lernapotheke S. 33 f.

  • #9

    Jessica (Sonntag, 20 November 2022 14:31)

    Hallo Thomas, eine Frage zu den Rechtsgebieten. Du schreibst, dass du dich auf ein einziges Rechtsgebiet zu konzentrieren würdest. Meinst du dann damit, dass man zunächst ein ganzes Rechtsgebiet oder ein Teilgebiet eines einzelnen Rechtsgebietes (also ZivilR oder DeliktsR/SachenR)?

  • #10

    Thomas (Basiskarten Jura) (Montag, 21 November 2022 11:51)

    Hallo Jessica,

    mit Rechtsgebiet meine ich ein einzelnes Fach wie BGB AT oder Mobiliarsachenrecht oder Europarecht.

    Viele Grüße
    Thomas

  • #11

    Jessica (Mittwoch, 23 November 2022 08:15)

    Danke für die Antort

    LG

  • #12

    Leon (Donnerstag, 08 Dezember 2022 21:24)

    Hallo Thomas,
    Ich besuche das Uni-Rep meiner Universität seit September diesen Jahres. Bisher ist die Fall- und Stoffmenge immens und leider sind die Rechtsgebiete sehr unsortiert (Unterscheidung erfolgt im ZivilR im Moment nur in „SachenR“ und „VertragsR“, wobei permanent(!) erbrechtliche, prozessrechtliche, familienrechtliche usw. Probleme auftauchen). Ich fühle mich deshalb überfordert und vor allem unsortiert in allem, was ich mache. Meine Überlegung war nun, die Basiskarten als „Anker“ für den Stoff zu nutzen - also quasi mit den Karten systematisch alle Rechtsgebiete durcharbeiten und „nebenbei“ die (völlig unsortierten) Fälle im Rep mitmachen. Meine Frage nun: Sind die Basiskarten alleine dafür geeignet, Wissenslücken aus den vorherigen Semestern zu schließen bzw. gewisse (Teil-)Rechtsgebiete mehr oder wenig ganz neu zu lernen, oder reichen die Basiskarten nur aus, wenn man das Rechtsgebiet vorher zumindest schon mal gehört (als Vorlesung) oder jedenfalls Kenntnisse darin hat. Ich müsste mir z.B. das Handelsrecht noch komplett beibringen, da ich dazu noch nie etwas gemacht habe - würde das deiner Meinung nach mit den Basiskarten funktionieren, oder sind sie für solch große Lücken ungeeignet? Über eine Antwort freue ich mich wirklich sehr! Herzliche Grüße, Leon!

  • #13

    Thomas (Basiskarten Jura) (Freitag, 09 Dezember 2022 10:51)

    Hallo Leon,

    die Basiskarten können auch dazu genutzt werden, um sich Rechtsgebiete erstmalig zu erarbeiten. In der Regel empfehle ich, zuerst die Karten zu lernen (siehe letzte Frage in dem Beitrag oben) und den Stoff dann mit einem Skript/Lehrbuch oder einer Vorlesung oder Rep-Einheit zu vertiefen. Das funktioniert für viele ziemlich gut. Es kann auch hilfreich sein, vor dem Lernen der Karten mit Anki zunächst einmal das PDF-Skript des jeweiligen Stapels zur Hand zu nehmen und durchzulesen.

    Viele Grüße
    Thomas