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Wie lief's im Examen, Luisa?

Zweieinhalb Jahre Examensvorbereitung – mit Happy End. Davon berichtet euch heute Luisa. Sehr tröstlich für alle, denen es aktuell so vorkommt, als ob die Examensvorbereitung nie enden wird. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie sich das anfühlt. Umso mehr freue ich mich über Geschichten wie diese. Luisa, noch einmal herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Erfolg!

© Foto: Omy Cotton / omycotton.com

Hallo, Luisa! Wie ist es gelaufen?

 

Nach viel Schweiß und vielen Tränen kann ich zum Glück sagen: "Ende gut, alles gut" – bin mit 10,77 Punkten im Staatsteil nach Hause gegangen und habe es mit dem universitären Teil noch auf genau 11 Punkte geschafft.

In welchem Semester bist du ins Examen gegangen? Wie lang war deine Examensvorbereitung insgesamt?


Leider habe ich mich vor lauter Angst viel zu lange vorbereitet: Insgesamt 2 ½ Jahre! Das war allerdings keine gute Idee – insbesondere bei der Mündlichen habe ich gemerkt, dass ich komplett durch war. Hatte zwischenzeitlich auch noch die in Hessen für den universitären Teil erforderliche wissenschaftliche Hausarbeit geschrieben. Wäre ich entspannter in die Mündliche gegangen, wäre der brauchbare Schnitt aus den Schriftlichen bestimmt noch weiter raufgeklettert.

 

Wie fandest du die Klausuren? Wie war dein Gefühl danach?

 

Ganz ok. Allerdings hat meine Einschätzung der einzelnen Klausuren nicht wirklich mit der Benotung zusammengepasst: Die Klausuren, die ich für besonders gut hielt, waren letztlich eher mittelmäßig, dafür gerade eine, bei der ich gar kein besonderes Gefühl hatte, wie es gelaufen sein könnte, letztlich sehr gut.


Wie hast du dich vorbereitet? Hast du ein Rep besucht? Mit welchen Mitteln hast du gelernt?


Habe erst ein Jahr lang ein kommerzielles Rep besucht und wollte ursprünglich ein halbes Jahr später ins Examen. Weil ich mich aber total unsicher gefühlt habe, und eigentlich schon viel zu viel Material durchgeackert hatte, sodass ich den Wald vor lauter Bäumen kaum noch gesehen habe, hab ich geschoben, dann kam Corona und ich war inzwischen komplett verunsichert und einfach völlig fertig. Ein Jahr nach Ende des Rep habe ich dann an einem Sonntag überlegt, dass ich jetzt ganz dringend meine Strategie ändern muss bzw. sonst einfach nicht mehr die Energie und den Mut haben würde, überhaupt jemals zu schreiben. Bei meiner verzweifelten Google-Suche nach Tipps bin ich an diesem Tag dann auf die Basiskarten gestoßen – habe daraufhin die Unterlagen aus dem Rep überhaupt nicht mehr angesehen, nur noch mit den Basiskarten gelernt, mir immer noch unbekannte Themen im Internet und mir schon bekannten Lehrbüchern nachgeschlagen und Klausuren gelöst.

 

Insgesamt hat es ja letztlich zum Glück gut hingehauen – kann mein Vorgehen aber nicht wirklich zur Nachahmung empfehlen. Lieber gleich auf "Weniger ist mehr" setzen!

Was unterscheidet die Basiskarten deiner Meinung nach von anderen Lernmitteln?

 

Wirklich super knappe, dabei aber absolut ausreichend-ausführliche Aufbereitung des Stoffes. Gepaart mit Anki, das Dir die immerwährende Angst vor dem Vergessen nimmt, einfach perfekt!

Wie bist du mit neuen Stapeln umgegangen? Wie viele Karten hast du pro Tag neu gelernt?


Ich habe ein halbes Jahr für alle Basis-Karten eingeplant und mir die Karten entsprechend aufgeteilt.

Wie sah ein typischer Tag in der Examensvorbereitung für dich aus? Wie viele Tage hast du pro Woche gearbeitet?

Anfangs habe ich die Tage viel zu voll gestopft – wollte trotz Rep bzw. Klausur noch furchtbar viel reißen und auch noch Hobbys wie Musik weiter ausüben, aber das war letztlich alles einfach nicht realistisch und extrem frustrierend, weil ich mein Tagespensum selten erreicht habe. Bzw. teilweise zwar scheinbar, aber im Nachhinein muss ich sagen, dass ich viele Stunden sinnlos am Schreibtisch verbracht habe, ohne zu merken, dass ich eigentlich zu müde war. Lieber kleinere Brötchen backen und sich nicht zu viel pro Tag vornehmen.

Wie viele Übungsklausuren hast du geschrieben?

Einige, aber bis zum Schluss selten die gewünschten Punktzahlen erreicht. Im Examen lief's dann deutlich besser – hatte das Gefühl, mich das erste Mal wirklich die fünf Stunden lang zusammenreißen und richtig konzentrieren zu können. Lasst Euch also auch von schlechten Probeklausuren nicht runterziehen – arbeitet die ordentlich nach und macht einfach weiter.

Gibt es umgekehrt etwas, von dem du unbedingt abraten würdest? Oder vielleicht irgendwelche Standard-Tipps, die für dich gar nicht funktioniert haben?

 

Ich glaube nicht, dass es mir so furchtbar viel gebracht hat, jede Woche eine Übungsklausur zu schreiben – wie gesagt: Habe es gefühlt erst im Examen geschafft, genug Konzentration für die fünf Stunden aufzubringen. Würde sagen, dass es Typ-Sache ist, wie viele Klausuren man tatsächlich ausschreiben sollte bzw. dass bei einer guten Schreibe und gutem Zeitmanagement teilweise auch das bloße Erstellen von Lösungsskizzen und deren Nacharbeit sinnvoll sein kann, weil das ja auch zeit- und energiesparend ist.

 

Was war für dich das Schwierigste an der Examensvorbereitung?

 

Mental durchzuhalten. Bin ziemlich perfektionistisch veranlagt, was in der Schulzeit und in meinem ersten Studium – einem philologischen Bachelor – auch immer ziemlich erfolgreich mit ordentlichem Lernaufwand durchging. In Jura wird man aber nie den ganzen Stoff parat haben können – für Perfektionisten eine ziemlich harte Nuss. Da hilft nur eins: Sich nicht unterkriegen lassen! Der Stress-Test und das Erlernen, mit Niederlagen umzugehen, sind einfach Teil der Prüfung.

 

Wenn du in der Zeit zurück zu deinem ersten Semester reisen könntest, welche Tipps würdest du deinem früheren Ich mitgeben?

 

Mehr Ruhezeiten einlegen, nicht zu viel krampfhaft wollen und rechtzeitig mit Anki gegen das Vergessen kämpfen.

 

Was steht als nächstes an und wird Anki dabei auch eine Rolle spielen?

 

Referendariat und ja, Anki wird auf jeden Fall mit dabei sein ;-)

 


Luisa, vielen Dank für das Interview!

👉 Tipp: Hier geht's weiter zu meinem letzten Interview mit Max. Für allgemeines Feedback zu den Basiskarten klick hier.

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