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Examen ohne Rep – aber mit Basiskarten!

Wie bereite ich mich ohne Rep auf das Examen vor, wenn ich mit den Basiskarten lerne? Man sollte meinen, dass ich zu dieser Frage bereits etwas geschrieben hätte, aber falsch gedacht – bisher gab es nur eine Anleitung und ein Planungstool für diejenigen, die den Stoff, so wie ich damals, selbst in Anki eingeben wollen. Das ändert sich jetzt!

Wo fange ich an?

Es ist zunächst auf jeden Fall sinnvoll, sich meine ursprüngliche Herangehensweise zu verdeutlichen, um zu verstehen, wie die Basiskarten entstanden sind und wie du aus meiner Sicht heutzutage deine Examensvorbereitung aufziehen solltest, wenn du von den Erkenntnissen der Lernforschung maximal profitieren willst:

Was ändert sich?

Was ist nun anders, wenn du, anstatt selbst Anki-Karteikarten zu erstellen, mit meinen Basiskarten lernst (zumindest in den Rechtsgebieten, für die es sie inzwischen gibt)? Zunächst, dass die Erarbeitungsphase aufgesplittet wird in:

  1. Das Durcharbeiten der Basiskarten für das jeweilige Rechtsgebiet.

  2. Das Durcharbeiten des Skripts oder Lehrbuchs, das man in diesem Fach lesen will. (Also das, was ich ursprünglich als Erarbeitungsphase bezeichnet habe.)

 

An der späteren Vertiefungsphase ändert sich hingegen nichts.

 

Basiskarten als Zusatz, nicht als Ersatz

Diese Aufteilung macht deutlich, dass die Basiskarten das Lesen eines Skripts nicht ersetzen sollen. Beide Lernmittel haben unterschiedliche Ziele: Man kann die Basiskarten als Essenz der verschiedenen Rechtsgebiete betrachten – die Informationen, die auf jeden Fall hängen bleiben sollten, nachdem man ein Skript gelesen hat. Im Vergleich dazu enthalten Skripte noch viele weitere wissenswerte Informationen, die hilfreich sind, um gute Klausuren zu schreiben, aber eben nicht so grundlegend. Skripte haben außerdem das Problem, dass Lesen allein nicht bewirkt, dass ihr Inhalt auch bis zum Examenstermin in deinem Kopf bleibt. Indem du regelmäßig die Basiskarten wiederholst, schließt du diese Lücke in deiner Lernstrategie.

 

Nach 1-2 Stunden Anki am Tag habe ich das Gefühl, wirklich einen Lernfortschritt gemacht zu haben, was beim einfachen Durcharbeiten von Skripten oder Fällen nicht immer der Fall ist. Und das wichtigste: Es bleibt hängen.“ Feedback von Lena am 9. Juli 2018

 

 

Was bedeutet das nun für deine Literaturauswahl? Dass du für wichtige Rechtsgebiete, wie z. B. Schuldrecht, Verwaltungsrecht usw.  – zusätzlich zu den Basiskarten – unbedingt ein Skript oder Lehrbuch zur Hand nehmen und aufmerksam durcharbeiten solltest. Nur in Nebenfächern wie Handelsrecht oder dem Prozessrecht (im ersten Examen) kannst du dir überlegen, allein auf die Basiskarten zu setzen, wenn die Zeit knapp wird und du an irgendeiner Ecke einfach Abstriche machen musst.

Was zuerst durcharbeiten: Skript oder Basiskarten?

Hast du dich neben den Basiskarten für ein Skript entschieden, stellt sich als nächstes die Frage, in welcher Reihenfolge du vorgehst. Insofern kommen ja mehrere Vorgehensweisen in Betracht:

 

Option 1: Basiskarten und Skript parallel: Du lernst ca. 20 neue Basiskarten pro Tag und liest parallel dazu das Skript für das jeweilige Rechtsgebiet.


Option 2: Erst die Basiskarten, dann das Vergnügen: Du powerst die Basiskarten so schnell wie möglich durch (60+ neue Karten pro Tag) und liest das Skript erst im Anschluss, nachdem du alle Karteikarten zumindest einmal gesehen hast. Bei dieser Vorgehensweise absolvierst du also eigentlich drei Phasen pro Rechtsgebiet: 1. die Basiskartenphase, 2. die Skriptphase und 3. die Vertiefungsphase.


Option 3: Erst das Skript, dann die Basiskarten: Du liest zuerst das Skript und lernst anschließend ausschließlich die Basiskarten in dem jeweiligen Rechtsgebiet.

 

Alle drei Ansätze haben Vor- und Nachteile, aber ich würde dir die zweite Option empfehlen: Zunächst die Basiskarten durchpowern und dann erst das jeweilige Skript lesen. Der riesige Vorteil dabei ist, dass du die Grundzüge eines Rechtsgebiets bereits beherrschst, bevor du dich mit den Details auseinandersetzt. Dadurch kannst du das in den Skripten enthaltene Zusatzwissen sofort mit dem bereits vorhandenen Grundwissen verknüpfen und es so tiefer in deinem Gedächtnis verankern:

 

„In den AGs fällt mir auf jeden Fall auf, dass ich sehr gut mitarbeiten kann, weil ich durch diesen Grundüberblick einfach immer eine Idee habe und an das Grundwissen gut neues Wissen anknüpfen kann.“ Feedback von R. am 27. April 2018

 

„Immer wieder auftretende Standardprobleme, die ich bereits durch Anki gelernt habe, lassen sich auf leichteste Weise lösen.“ Feedback von G. am 28. August 2018

 

Wer daran zweifelt, ob es eine gute Idee ist, direkt mit Karteikarten zu lernen, anstatt den Stoff zunächst einmal ausformuliert zu lesen, den kann ich beruhigen: Da die Basiskarten zum einen in einer sinnvollen Reihenfolge (nach Themen) geordnet sind und zum anderen immer auch als PDF-Skripte daherkommen, kannst du dir auch damit sehr schnell einen Überblick über den Stoff verschaffen. Schließlich hat diese Reihenfolge den Vorteil, dass du, wenn du das Skript nach den Basiskarten liest, bereits weißt, welchen Stoff du schon als Karteikarten hast und welche Infos du noch zusätzlich in deine Sammlung aufnehmen könntest.

Wie sieht dein Tagesablauf damit aus?

Ich schlage vor: Du beginnst jeden Lerntag damit, die fälligen Karteikarten in allen (!) Rechtsgebieten zu wiederholen. (Das sind die Karten, die im Anki-Hauptmenü als grüne Zahl dargestellt werden.) Das sollte immer dein wichtigstes Tagesziel sein, damit du das bereits Gelernte auch im Kopf behältst, anstatt es zu vergessen. Die grüne Zahlenangabe sollte deshalb abends an jedem Lerntag auf „0“ stehen. Das tust du also an jedem Lerntag während deiner gesamten Examensvorbereitung.

 

Was du dann tust, hängt davon ab, in welcher Phase du dich gerade befindest:

  • In der Basiskartenphase machst du gleich mit Anki weiter und lernst nun so viele neue Karten wie möglich in dem Rechtsgebiet, das du dir gerade erarbeitest. (Neue Karten sind die Karten, die im Hauptmenü als blaue Zahl dargestellt werden.)

    Tipp: Um dafür zu sorgen, dass dir Anki die neuen Karten erst nach den Wiederholungen zeigt, schau dir dieses ca. 1-minütige Video an!
  • In der Skriptphase liest du stattdessen das jeweilige Skript, versuchst es zu verstehen, ergänzt einzelne (!) Karten, die dir zusätzlich als besonders wichtig erscheinen, und markierst dir Streitstände oder trägst ihre Randnummer in eine Liste ein, damit du sie später in der Vertiefungsphase leicht wiederfindest. In der Liste kannst du natürlich auch eigene Aufzeichnungen zu einzelnen Problemen festhalten, deren Darstellung du in dem Skript als unverständlich empfindest (passiert ja leider immer mal wieder). So hast du es später in der Vertiefungsphase leichter.

  • In der Vertiefungsphase gehst du noch einmal die verschiedenen Streitstände und Probleme durch, die du dir in der Skriptphase notiert hast, und sorgst dafür, dass du alles verstanden hast.

Die verschiedene Phasen im Gesamtüberblick

Noch kurz zur Reihenfolge: Die Skriptphase würde ich immer sofort nach Abschluss der Basiskartenphase für ein bestimmtes Rechtsgebiet absolvieren. Die Vertiefungsphase würde ich hingegen erst anfangen, wenn ich mit allen Skripten sowohl die Basiskarten- als auch die Skriptphase abgeschlossen habe. Im Wochenüberblick würde deine Examensvorbereitung also z. B. so aussehen:

  • Woche 1: BGB AT - Basiskartenphase
  • Woche 2: BGB AT - Skriptphase
  • Woche 3: BGB AT - Skriptphase
  • Woche 4: Schuldrecht AT - Basiskartenphase
  • Woche 5: Schuldrecht AT - Skriptphase
  • Woche 6: Schuldrecht AT - Skriptphase
  • Woche 7: Schuldrecht AT - Skriptphase
  • Woche 8: Vermögensdelikte - Basiskartenphase & Skriptphase
  • Woche 9: Vermögensdelikte - Skriptphase
  • Usw.

Wenn du diese beiden Phasen in allen Rechtsgebieten abgeschlossen hast, beginnst du mit der Vertiefungsphase:

  • Woche 40: BGB AT - Vertiefungsphase
  • Woche 41: Schuldrecht AT - Vertiefungsphase
  • Woche 42: Schuldrecht AT - Vertiefungsphase

Und zum Schluss: Der ultimative Examen ohne Rep-Planer

Das Tool funktioniert genau wie die erste Version, die ihr auf dieser Seite findet (und erklärt bekommt), aber basiert auf dem dreiphasigen Ansatz, den ich oben beschrieben habe (d. h. Basiskartenphase, Skriptphase und Vertiefungsphase, anstatt nur Erarbeitungsphase und Vertiefungsphase). Ihr gebt eure Daten und Literatur dort genauso ein wie schon in das erste Tool, zusätzlich aber auch noch, wie viele Basiskarten ihr bereits gelernt habt:

 

Jetzt deine Examensvorbereitung planen!

 

Um euch eine Vorschau der Datei anzuschauen bzw. das Tool direkt im Dokument zu kommentieren, könnt ihr hier klicken. Wenn ihr Fehler findet oder Verbesserungsvorschläge habt, schreibt mir jederzeit gerne!

 

Zum Abschluss eine letzte Rückmeldung zu meinen Karteikarten:

 

Jetzt, wo ich Thomas' Karten habe, bin ich begeistert. Nicht nur von die Sorgfalt, mit der er die Inhalte erarbeitet hat, sondern auch vom KnowHow, das hinter der Wissensvermittlung selbst steckt. Ich habe viel dazu gelernt, auch, was die Kartenerstellung angeht, und kann das alles nun auch in anderen Wissensgebieten einsetzen. Ich kann allen, die sich wie ich auf Klausuren vorbereiten, nur empfehlen, das speziell mithilfe dieser Karten und Thomas' Arbeitsweise (in der "Lernapotheke" kurz und knapp dargestellt) generell zu tun.“ Feedback von Ricarda, 3. Juli 2018

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Kommentare: 2
  • #1

    Celina (Donnerstag, 01 November 2018 19:26)

    Danke, genau das Tool hat gefehlt!

  • #2

    Stephan (Samstag, 18 Januar 2020 19:44)

    Hey Thomas,

    bin über 'nen LTO-Artikel auf dich und deine Arbeit hier aufmerksam geworden.
    Was ich mir bislang angeschaut hab, verdient schon mal mächtig Respekt!
    Sehr beeindruckend, was du alles an Service rund um dein Lernkonzept mit Anki leistest.

    Nachdem ich mir gestern schon mal deinen Teststapel heruntergeladen und angetestet hab, setze ich mich heute mit dem Tool zur zeitlichen Examensplanung auseinander.
    (Kurze Info, wo ich gerade stehe: im Herbst angefangen Zusammenfassungen zu erstellen, und nebenbei eine, weil didaktisch sehr gute, Veranstaltung vom unirep besuchend, aber von meiner Herangehensweise bzgl Langzeitnutzen wohl mit Recht nicht überzeugt)

    Meine erste Frage ist jetzt folgende:

    Dein Tool geht ja auf deine eigene Planung zurück, in der du zu Beginn natürlich noch nicht groß mit den Karteikarten planen konntest. Ich stell mir das so vor, dass Erstellen und Lernen der Karten bei dir parallel zur Skriptphase stattgefunden haben. Entsprechend dreht es sich bei der Ausgangsversionen deines Planungstools auch nur um die Skript- und Vertiefungsphase, weil das Kartenlernen den ganzen Zeitraum über stattgefunden hat.
    Korrigier mich, falls ich da was missverstehe.
    Im Hinblick auf die erweiterte Variante mit den Basiskarten drängt sich mir deshalb die Frage auf, ob du das Ausgangstool in erster Linie um die Berechnung des Zeitaufwandes des Durcharbeitens der Basiskarten erweitert hast oder ob du auch irgendwie einen vorangehenden Lerneffekt bei der Basiskartenphase und dessen mögliche Auswirkungen auf die Skriptphase bedacht hast.
    Also mal in Beispielszahlen ausgedrückt:
    - Ausgangstool - BGB AT: Skript 14 Tage
    - Erweiterung - BGB AT: Karten 7 Tage + Skript 14 Tage = 21 Tage oder
    - Ausgangstool - BGB AT: Skript 14 Tage
    - Erweiterung - BGB AT: Karten 7 Tage + Skript 10 Tage = 17 Tage (weil schon breiteres Verständnis wegen der Karten und deshalb zügigeres Vorankommen)

    Ich hab echt kaum eine Ahnung von Kalkulationsprogrammen, weshalb ich nicht einschätzen kann, ob man da sowas überhaupt in den Parametern berücksichtigen kann.
    Im Endeffekt läuft mein Gedanke wohl schlicht darauf hinaus, ob aufgrund der Vorarbeit mit den Karten in der Skriptphase eine höhere Anzahl durchgearbeiteter Seiten pro Tag angenommen werden kann. Nicht im Sinne von 50 statt 25, sondern vielleicht 30 - 35, je nach Komplexität. Dann müsste sich die Skriptphase ja auf die Gesamtzeit gesehen doch um ein durchaus bemerkbares Stück verkürzen, wenngleich durch das Hinzutreten der Basiskartenphase notwendigerweise der Gesamtzeitraum wiederum verlängert wird.
    Hast du solche Überlegungen einbezogen?

    Dann hab ich noch ein, zwei, drei andere Fragen. Was genau meinst du mit "Durcharbeiten" der Basiskarten in einem Teilbereich wie BGB AT? Dafür sorgen, dass sie alle mindestens in der nächsten Ebene sind, also frühestens am nächsten Tag wieder vorgelegt werden?

    Und darf ich "Durchpowern" in der Kartenphase deshalb so verstehen, dass ich ab Tag 1 möglichst viele neue Karten in die nächste Phase, also einen oder vier Tage bis zur Wiedervorlage, bringe? Speziell an Tag 1 nicht tatsächlich den ganzen Arbeitstag, weil man im ungünstigsten Fall am Tag darauf außer der Wiederholungen nicht so viel schafft?
    Oder ist das auf längere Sicht egal, weil die WIederholungen anfangen, sich unterschiedlich zu verteilen, und man pendelt sich dann langsam ein?

    Vorausgesetzt, man startet mit sehr dünnem Vorwissen in einem Bereich, an welcher Zahl von neuen Karten, die man pro Tag tatsächlich auf die nächste Ebene bringt, könnte man sich deiner Meinung nach ganz grob orientieren?
    Wenn man hypothetisch 1,5 Karten pro Minute, also 15 Karten in 10 Minuten bearbeitet, wandern einige schließlich eher in die <1Minuten-Phase bis Wiedervorlage, ggf. auch mehr als einmal in die <10Minuetn-Phase. "90 Karten pro Stunde bearbeitet" ist mithin nicht gleichzusetzen mit "90 neue Karten in Wiedervorlage frühestens am nächsten Tag", was ich als Minimalziel für "auf nächste Ebene bringen" verstanden habe.
    Wenn man also an einem Vormittag 300 Karten bearbeitet hat, dürften doch mehr als die 60+, die du im erweiterten Planungstool angegeben hast, auf der nächsten Ebene stehen.
    Das + gibt das schließlich auch unmissverständlich an. Ich frage mich, von welcher Dimension sprechen wir da? 10 Karten mehr, 20, 30? Wäre für eine präzisere Planung gut zu wissen. Ich befürchte allerdings auch, dass du das nicht so pauschal beantworten kannst, weil das sehr individuell ausfallen mag.

    So, das ist deutlich ausführlicher geworden, als gedacht.
    Ich hoffe, ich hab meine Fragen verständlich ausgedrückt und bedanke mich schon mal für deine Mühe, dir das hier überhaupt durchzulesen. :D

    Viele Grüße!